Entwicklung/Phasen der Welpen

Die Entwicklung eines Hundes nach Eberhard Trummler lässt sich in verschiedene sensible Phasen unterteilen, in denen der Welpe spezifische Fähigkeiten entwickelt und unterschiedlich auf seine Umwelt reagiert. Trummler betonte die Wichtigkeit der Prägung in diesen Abschnitten. 

Hier sind die zentralen Welpenphasen, oft angelehnt an die Lehren von Trummler und der modernen Kynologie:

  • Vegetative Phase (1.–2. Lebenswoche): Die ersten 14 Tage sind von Schlafen und Trinken geprägt. Die Welpen sind blind und taub, reagieren aber auf Wärme und Berührung. Diese Zeit dient dem ersten Wachstum und der körperlichen Entwicklung.
  • Übergangsphase (3. Lebenswoche): Die Augen und Ohren öffnen sich, die Welpen beginnen, ihre Umwelt aktiv wahrzunehmen und zu interagieren.
  • Prägungsphase / Sozialisierungsphase (4.–12./16. Lebenswoche): Dies ist die wichtigste Phase für das Lernen. Welpen sind extrem aufnahmefähig für Umwelteinflüsse, Menschen und Artgenossen.
    • Sozialisierungsphase (4.–12. Woche): Gewöhnung an Umweltreize, andere Hunde und Menschen.
    • Rangordnungsphase (13.–16. Woche): Der Welpe testet Grenzen aus und beginnt, seine Position im “Rudel” (Familie) zu suchen.
  • Juvenile Phase (ab 16. Woche / 4. Monat): Der Welpe wird zum Junghund, der Bewegungsdrang steigt, und das Zahnwechseln beginnt.
  • Pubertätsphase / Adoleszenz (ca. 6.–12. Monat): Hormone beeinflussen das Verhalten (Markieren, Grenzen testen). Der Hund wird “flegelhaft”, braucht klare Regeln und Geduld.
  • Adulte Phase (ab ca. 18. Monat bis 3 Jahre): Der Hund ist körperlich und geistig erwachsen, der Charakter festigt sich.

Wichtige Grundsätze:

  • Ruhe: Ausreichend Schlaf ist entscheidend, um die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten.
  • Konsequenz: Die Erziehung sollte liebevoll, aber konsequent sein, um dem Hund in der Rangordnungsphase Sicherheit zu geben.
  • Prägung: Erfahrungen in der 4. bis 16. Woche prägen den Hund ein Leben lang.