Info und Konzept zur Hundeschule – Hundefreunde – Röckingen
Wichtiger Hinweis: Gerne können Sie Anfragen stellen, allerdings ist der Betrieb zur Zeit nicht möglich, da wir auf die Genehmigung nach §11 Tierschutzgesetz warten. Wir bitten um Verständnis. Der Text dient als Vorabinformation.
Leitgedanken
„Verstehen statt Strafen.“„Laut hat Grenzen.“
Das Angebot richtet sich an Hundehalter, die eine alltagstaugliche, gewaltfreie und verständliche Erziehung ihres Hundes anstreben. Der Schwerpunkt liegt auf Mensch-Hund-Kommunikation, Körpersprache, Welpen- und Junghundeausbildung sowie alltagsnaher Grunderziehung.
Nicht Bestandteil des Angebots: Schutzdienst oder Ausbildung von Hunden zu Schutzzwecken.
Leitbild und Grundsätze
Die Hundeschule verfolgt das Ziel, Mensch und Hund zu einem sicheren, kooperativen und kommunikationsfähigen Team zu entwickeln.
Im Mittelpunkt steht nicht die möglichst schnelle Ausführung von Kommandos, sondern das Verständnis für Verhalten, Bedürfnisse, Lernprozesse und Kommunikation.
Die Ausbildung erfolgt gewaltfrei und tierschutzgerecht. Schmerzen, Angst, Einschüchterung und unnötiger körperlicher Druck werden nicht als reguläre Trainingsmittel eingesetzt.
Leitgedanke: „Verstehen statt Strafen.“
Weiterer Leitsatz: „Laut hat Grenzen.“
„Laut hat Grenzen“ beschreibt die Haltung, dass Lautstärke, Anschreien oder Drohen keine geeigneten Ersatzmittel für klare und verständliche Kommunikation sind. Grenzen werden ruhig, nachvollziehbar und ohne Schmerz oder Einschüchterung vermittelt.
Ausbildungsmethoden
Die Ausbildung orientiert sich an den individuellen Voraussetzungen des jeweiligen Hundes. Alter, Entwicklungsstand, Lernerfahrungen, Temperament, Belastbarkeit und Alltagssituation werden berücksichtigt.
Zum Einsatz kommen insbesondere:
- positive Verstärkung und Belohnung erwünschten Verhaltens
- Futter, Spiel, soziale Verstärkung und verbales Lob als individuell geeignete Verstärker
- schrittweiser Trainingsaufbau
- Management und geeignete Gestaltung der Lernumgebung
- Förderung von Orientierung, Kooperation und Ruhe
- kontrollierte Gewöhnung an Umweltreize
- situationsgerechte Anpassung von Abstand und Reizintensität
- verständliche Signale und angemessenes Timing
Nicht eingesetzt werden insbesondere Schläge, Tritte, Leinenruck als Ausbildungsmethode, bewusstes Zufügen von Schmerzen, Einschüchterung, Bedrohung, Elektroreizgeräte sowie Stachelhalsbänder oder andere schmerzhafte Mittel.
Zeigt ein Hund deutliche Anzeichen von Stress, Angst, Überforderung oder Erschöpfung, wird die Übung angepasst, unterbrochen oder beendet.
Kommunikation und Körpersprache
Ein Schwerpunkt der Hundeschule ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Die Teilnehmer lernen, Ausdrucksverhalten nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Situation und Kontext zu betrachten.
Beobachtet und besprochen werden unter anderem:
- Körperhaltung und Bewegungsverhalten
- Kopf- und Blickrichtung
- Ohren- und Rutenhaltung
- Muskelspannung und Gewichtsverlagerung
- Abstand suchendes oder Nähe suchendes Verhalten
- Stress- und Beschwichtigungssignale
- Anzeichen erhöhter Erregung oder Unsicherheit
Auch die Körpersprache des Menschen wird einbezogen: Körperhaltung, Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit, Abstand, Blickkontakt, Handbewegungen, Stimme, räumliche Positionierung und Timing.
Ziel ist eine klare, vorhersehbare und für den Hund verständliche Kommunikation.
Welpenschule
Die Welpenschule dient der alters- und entwicklungsgerechten Förderung des Welpen. Im Vordergrund stehen Beziehung, Orientierung, Umweltgewöhnung, Kommunikation, Sozialverhalten und Ruhe.
- Aufbau von Vertrauen und Orientierung am Menschen
- Name und Aufmerksamkeit
- erste Signale und Rückrufgrundlagen
- Leinen- und Geschirrgewöhnung
- Handling und Pflege
- Umgang mit Menschen und Artgenossen
- Umweltgewöhnung
- Ruhe, Entspannung und Frustrationstoleranz
- Grundlagen der Hundesprache
Welpenspiel: Das Spiel wird kontrolliert und fachlich begleitet. Vor Kontakten werden Alter, Größe, Entwicklungsstand, Temperament, Spielverhalten und Erregungsniveau berücksichtigt. Rückzugsmöglichkeiten und Pausen werden ermöglicht. Nicht jeder Welpe muss mit jedem anderen Welpen spielen.
Ein Lernziel ist ausdrücklich auch, andere Hunde wahrnehmen zu können, ohne dass daraus automatisch eine Spielaufforderung entsteht.
. Junghundeausbildung
Die Junghundeausbildung baut auf den Grundlagen der Welpenzeit auf und berücksichtigt die Besonderheiten der weiteren Entwicklung.
- Orientierung und Aufmerksamkeit
- Rückruf
- Leinenführigkeit
- Impulskontrolle
- Frustrationstoleranz
- Ruhe und Konzentration
- Begegnungen mit Menschen und Hunden
- Umweltreize und Alltagssituationen
- Körpersprache und Kommunikation
Alltagstraining
Die Ausbildung soll auf den Alltag übertragbar sein. Je nach örtlichen Gegebenheiten und Kursform können alltagsnahe Situationen trainiert werden.
- Spaziergänge
- Leinenführigkeit
- Rückruf
- Begegnungen mit anderen Hunden
- ruhiges Warten
- Orientierung am Menschen
- unterschiedliche Untergründe und Umweltreize
- Ruhe und Konzentration unter Ablenkung
Organisation des Gruppenunterrichts
Gruppen werden nach Alter, Entwicklungsstand, Größe, Temperament, Ausbildungsstand und individueller Belastbarkeit zusammengestellt, soweit dies organisatorisch möglich ist.
Die Gruppengröße wird so gewählt, dass eine ausreichende Beobachtung und Betreuung der einzelnen Mensch-Hund-Teams möglich ist.
Hunde werden nicht ungefragt miteinander in Kontakt gebracht. Freilauf und gemeinsames Spiel erfolgen nur nach Einschätzung und Freigabe durch die Trainerperson. Jede Trainingseinheit umfasst Begrüßung und Einschätzung, Erklärung und Durchführung der Übungen, Beobachtung und individuelle Anleitung sowie eine kurze Abschlussbesprechung.
Sicherheitskonzept
Sicherheit von Mensch und Tier hat Vorrang vor dem Erreichen eines Trainingsziels.
- Kontrolle von Einfriedung, Toren und Trainingsfläche vor jeder Einheit
- ausreichender Abstand zwischen Hunden
- kontrollierte Hundekontakte
- keine unbeaufsichtigten Interaktionen
- Möglichkeit zum Abbruch oder zur Vereinfachung jeder Übung
- Rückzugsmöglichkeiten
- Beobachtung des Erregungs- und Belastungsniveaus
- situationsgerechte Sicherung der Hunde
Hygiene- und Reinigungsplan
Vor jeder Trainingseinheit wird der Trainingsbereich auf Glasscherben, scharfkantige
Gegenstände, sonstige Verletzungsquellen, beschädigte Zäune und Tore kontrolliert.
Kot und andere Verunreinigungen werden unverzüglich entfernt. Gemeinsam genutzte Trainingsmaterialien werden bei sichtbarer Verschmutzung und regelmäßig entsprechend ihrer Nutzung gereinigt.
Ungeimpfte, kranke oder ansteckende Hunde nehmen nicht am Gruppenunterricht teil. Bei Verdacht auf eine ansteckende Erkrankung wird die Teilnahme bis zur Klärung ausgesetzt.
Teilnehmerordnung
1. Verantwortung
Der Hundehalter bleibt während des Trainings für seinen Hund verantwortlich.
2. Hundekontakte
Hunde werden nicht ohne vorherige Absprache miteinander in Kontakt gebracht. Freilauf und Spiel erfolgen nur nach Freigabe.
3. Rücksichtnahme
Die individuellen Grenzen und Bedürfnisse der Hunde werden respektiert. Rückzug und Abstand werden ermöglicht.
4. Gesundheit
Kranke, ansteckende und ungeimpfte Hunde nehmen nicht am Gruppenunterricht teil.
5. Ausrüstung
Es dürfen nur geeignete und tierschutzgerechte Halsbänder, Geschirre und Leinen verwendet werden. Schmerzende Hilfsmittel sind ausgeschlossen.
6. Umgang mit dem Hund
Schläge, Tritte, Leinenruck, Einschüchterung und bewusstes Zufügen von Schmerzen oder Angst sind nicht Bestandteil der Ausbildung.
- Kinder
Kinder nehmen nur unter Aufsicht ihrer Begleitpersonen teil.
- Futter und Spielzeug
Futter oder Spielzeug anderer Hunde wird nicht ohne Zustimmung verwendet.
9. Abbruch
Die Trainerperson kann Übungen jederzeit zum Schutz von Mensch oder Tier unterbrechen oder beenden.
Leitgedanke: „Verstehen statt Strafen.“ – „Laut hat Grenzen.“
10-Wochen-Kursplan Welpenschule
Woche 1 – Kennenlernen und Orientierung
Bedürfnisse des Welpen, Lernverhalten, Körpersprache; Name, Orientierung, freiwillige Aufmerksamkeit, Ruhepausen.
Woche 2 – Kommunikation
Körpersprache, Stress- und Beschwichtigungssignale; Beobachtung und ruhige Interaktion.
Woche 3 – Leine und Geschirr
Gewöhnung an Geschirr und Leine, lockere Leine, Orientierung und Richtungswechsel.
Woche 4 – Rückruf
Rückrufsignal aufbauen, Belohnung, kurze Distanzen, Ablenkung schrittweise steigern.
Woche 5 – Hundekontakte
Hund-Hund-Kommunikation, Spiel, Pausen und Rückzug; kontrollierte Kontakte.
Woche 6 – Umwelt
Untergründe, Geräusche, Bewegungsreize und neue Umgebungen; positive Gewöhnung ohne Überforderung.
Woche 7 – Frustration und Impulskontrolle
Kurze Wartezeiten, Orientierung trotz Ablenkung, ruhiges Verhalten.
Woche 8 – Alltag
Spaziergang, Begegnungen, Orientierung und Leinenführigkeit.
Woche 9 – Ruhe und Selbstregulation
Erregung erkennen, Ruhebedürfnis, Pausen und Entspannung.
Woche 10 – Wiederholung und Alltag
Orientierung, Rückruf, Leinenführigkeit, Begegnungen und Ruhe; Abschlussgespräch.
10-Wochen-Kursplan Junghundeausbildung
Woche 1 – Orientierung und Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit, Orientierung, Signale überprüfen, Belohnung.
Woche 2 – Leinenführigkeit
Lockere Leine, Richtungswechsel, Orientierung und Abstand.
Woche 3 – Rückruf
Rückruf festigen, Ablenkung, Distanz und Belohnung.
Woche 4 – Impulskontrolle
Warten, Reize aushalten, Orientierung trotz Ablenkung.
Woche 5 – Hundebegegnungen
Körpersprache, Abstand, Begegnungssituationen und ruhiges Verhalten.
Woche 6 – Alltag
Spaziergänge, unterschiedliche Umgebungen und Umweltreize.
Woche 7 – Frustrationstoleranz
Wartezeiten, Belohnungsaufschub und alternative Verhaltensweisen.
Woche 8 – Ruhe
Erregungsniveau erkennen, Ruhephasen und Entspannung.
Woche 9 – Kommunikation Mensch-Hund
Körpersprache des Menschen, Timing, klare Signale und Grenzen ohne Einschüchterung.
Woche 10 – Alltagstest
Verknüpfung von Orientierung, Rückruf, Leinenführigkeit, Begegnungen und Ruhe.